
Es gibt Wörter, die beschreiben Realität.
Und es gibt Wörter, die sollen Realität verstecken.
In der deutschen Politik haben wir inzwischen eine ganze Vitrine voller solcher Begriffe. Sondervermögen. Vielfalt. Demokratieförderung. Hassrede. Wehrhafte Demokratie. Unsere Demokratie. Europäische Solidarität. Transformation. Teilhabe. Zivilgesellschaft.
Klingt alles weich. Klingt alles sauber. Klingt alles nach Verantwortung, Menschlichkeit und Fortschritt.
In Wahrheit reden wir oft über Schulden, Machtverschiebung, Meinungspflege, Kontrollverlust und gesellschaftlichen Umbau.
Das ist kein Zufall.
Sprache ist hier nicht Dekoration. Sprache ist Bedienoberfläche.
Der Bürger soll nicht mehr sagen, was er sieht. Er soll lernen, wie er es nennen darf.
Und genau dort beginnt das Problem.
Der Trick: Realität wird nicht geleugnet, sondern umbenannt

Die moderne Politik muss Realität gar nicht vollständig leugnen. Das wäre zu auffällig. Sie macht es eleganter.
Sie benennt sie um.
Aus Schulden wird Sondervermögen.
Aus gesellschaftlichem Umbau wird Vielfalt.
Aus staatlich finanzierter Meinungspflege wird Demokratieförderung.
Aus Widerspruch wird Hassrede.
Aus politischer Konkurrenz wird Gefahr für unsere Demokratie.
Aus EU-Zentralisierung wird europäische Handlungsfähigkeit.
Aus Kontrollverlust wird Weltoffenheit.
Aus Überforderung wird Herausforderung.
Aus gescheiterter Integration wird Teilhabedefizit.
Und aus dem Bürger, der das alles bemerkt, wird plötzlich das eigentliche Problem.
Nicht die Veränderung wird problematisiert.
Der Bürger, der sie bemerkt, wird problematisiert.
Das ist die eigentliche Frechheit.
Sondervermögen: Schulden mit Schleifchen

Fangen wir beim einfachsten Beispiel an.
„Sondervermögen“ klingt, als hätte irgendwo jemand eine eiserne Reserve gefunden. Eine Schatztruhe im Bundesfinanzministerium. Ein Topf voller Geld, den man jetzt verantwortungsvoll anfasst.
In Wahrheit reden wir über Schulden.
Neue Schulden. Ausgelagerte Schulden. Politisch hübscher verpackte Schulden.
Wenn ein normaler Bürger so wirtschaftet, nennt die Bank das Risiko.
Wenn der Staat so wirtschaftet, nennt er es Zukunftsinvestition.
Nu klar.
Ein Land, das angeblich reich ist, braucht ständig Sondertöpfe, Sonderprogramme, Sondervermögen und Sonderausnahmen, nur um seine marode Infrastruktur, seine Verwaltung, seine Schulen, seine Bundeswehr und seine Haushaltslöcher irgendwie zu flicken.
Das ist nicht Vermögen.
Das ist ein Dispo mit Staatswappen.
Und genau deshalb heißt es nicht Schulden. Weil Schulden nach Verantwortung klingen. Sondervermögen klingt nach politischer Zauberei.
Nur leider verschwindet die Rechnung nicht, nur weil man ihr einen schöneren Namen gibt.
Vielfalt: Früher gewachsen, heute verwaltet

Noch spannender ist das Wort „Vielfalt“.
Früher war Vielfalt etwas Gewachsenes.
Sachsen, Bayern, Ruhrpott, Küste, Dorf, Stadt, Dialekt, Vereine, Handwerk, Familiengeschichten, regionale Eigenheiten, verschiedene Mentalitäten, verschiedene Lebensstile.
Das war echte Vielfalt.
Manchmal ruppig. Manchmal nervig. Manchmal wunderschön. Aber organisch.
Eine Gesellschaft mit unterschiedlichen Gesichtern, aber einem gemeinsamen Boden unter den Füßen.
Heute wird „Vielfalt“ anders benutzt.
Heute ist Vielfalt oft das freundliche Etikett für einen demografischen und kulturellen Umbau, der längst im öffentlichen Raum sichtbar ist.
In Schulen.
Auf Straßen.
In Parks.
In Behörden.
In Schwimmbädern.
In Stadtteilen, die sich innerhalb weniger Jahre so verändert haben, dass viele Menschen ihre eigene Umgebung kaum wiedererkennen.
Und wenn sie das aussprechen, kommt nicht: „Okay, lass uns über Zahlen, Steuerung, Folgen und Belastungsgrenzen reden.“
Es kommt: „Du hast ein Haltungsproblem.“
Das ist der Punkt.
Politik verändert Realität. Medien lackieren sie um. Verwaltung gießt Programme drüber. Und wenn der Bürger sagt: „Moment mal, draußen sieht das anders aus“, dann wird ihm erklärt, er bilde sich das ein oder sei moralisch beschädigt.
Das Problem ist nicht, dass Menschen verschieden sind.
Das Problem ist die Lüge, dass jede Veränderung automatisch Bereicherung sein muss.
Das Problem ist auch nicht Migration an sich.
Das Problem ist eine Politik, die Massenzuwanderung moralisch überhöht, die Folgen aber auf Kommunen, Schulen, Polizei, Steuerzahler und Nachbarschaften ablädt.
Nicht Herkunft, sondern Funktion

Und bevor jetzt wieder die üblichen Alarmanlagen losheulen:
Es geht nicht um Herkunft.
Nicht um Religion.
Nicht um Abstammung.
Mir ist völlig egal, ob jemand Jude, Christ, Muslim, Atheist, Marsmensch oder Robbe mit EU-Pass ist.
Die Frage ist nicht, was jemand biologisch, ethnisch oder religiös ist.
Die Frage ist:
Welche Funktion erfüllt diese Person im Apparat?
Welche Politik vertritt sie?
Welche Netzwerke belohnen sie?
Welche Begriffe benutzt sie?
Welche Verantwortung verschiebt sie?
Welche Folgen müssen Bürger tragen, während andere daraus Karriere, Moralgewinn oder Fördermittel ziehen?
Wer öffentliche Räume umbaut, nationale Selbstbestimmung schwächt, Verantwortung nach oben verschiebt, Kritik moralisch pathologisiert und gewachsene Ordnung als rückständig verkauft, ist Teil eines politischen Mechanismus.
Nicht wegen seines Blutes.
Nicht wegen seines Glaubens.
Sondern wegen seiner Funktion.
Das ist der Unterschied zwischen Systemanalyse und billigem Sündenbockdenken.
Wer nur Gruppen sucht, denkt zu flach.
Wer Funktionen erkennt, kommt näher an die Maschine.
Paneuropa, Idealismus und die offizielle Fassade

Wenn man nur die offizielle Erzählung liest, klingt europäische Integration erstmal sauber.
Paneuropa. Frieden. Zusammenarbeit. Nie wieder Krieg. Gemeinsame Werte. Gemeinsame Zukunft.
Das ist die Hochglanzbroschüre.
Und ja, natürlich gibt es historische Gründe, warum europäische Zusammenarbeit sinnvoll war. Wer das leugnet, macht es sich zu einfach.
Aber wenn man tiefer schaut, wird es interessanter.
Denn hinter der politischen Hülle steckt ein Menschenbild.
Da geht es nicht nur um Zusammenarbeit zwischen Staaten. Da geht es auch um die Frage, wer gestaltet und wer gestaltet wird. Wer führt und wer folgt. Welche Rolle nationale Identität noch spielen soll. Welche Rolle Eliten spielen. Welche Rolle Masse spielt. Welche Rolle gewachsene Kultur spielt. Und wie viel Demokratie übrig bleibt, wenn immer mehr Entscheidungen in supranationale Apparate wandern.
Genau da beginnt der Kaninchenbau.
Nicht als billige Mär vom geheimen Kellerplan.
Sondern als offene Ideologiegeschichte.
Man muss keinen geheimen Masterplan behaupten, wenn die Begriffe, Preise, Institutionen, Programme und Karrierewege offen vor einem liegen.
Die größere Täuschung ist nicht, dass alles versteckt wäre.
Die größere Täuschung ist, dass jeder, der die sichtbaren Zusammenhänge beschreibt, sofort als Spinner markiert wird.
Interessen-Konvergenz: Kein Keller, sondern Konferenzraum

Der eigentliche Mechanismus heißt nicht Verschwörung.
Er heißt Interessen-Konvergenz.
Das ist viel unangenehmer.
Denn dafür braucht es keine geheime Zentrale. Keine Kapuzenrunde. Keine dunkle Hinterzimmerlegende.
Es reicht, wenn verschiedene Akteure aus unterschiedlichen Gründen in dieselbe Richtung arbeiten.
Die EU-Bürokratie gewinnt Macht, wenn Zuständigkeiten nach Brüssel wandern.
Nationale Politiker können Verantwortung nach oben abschieben, wenn es zu Hause unbequem wird.
NGOs gewinnen Geld, Einfluss und Deutungshoheit, wenn Probleme dauerhaft moralisch bewirtschaftet werden.
Medien bekommen klare Gut-Böse-Erzählungen.
Stiftungen und Thinktanks liefern Begriffe, Studien und Deutungsrahmen.
Parteien hoffen auf neue Milieus, neue Abhängigkeiten und neue Mehrheiten.
Teile der Wirtschaft freuen sich über neue Arbeitskräfte, neue Konsumenten und Druck auf bestehende Löhne.
Und Kommunen, Schulen, Polizei, Krankenkassen und Bürger sollen dann bitte die Rechnung tragen.
Da sitzt keiner nachts im Keller und liest den großen Plan vor.
Das läuft viel banaler.
Über Förderlogik.
Über Karrierewege.
Über moralische Belohnung.
Über Zuständigkeitsverschiebung.
Über Sprachregelungen.
Über Netzwerke.
Über Apparate, die wachsen wollen.
Also über genau das Zeug, das langweiliger klingt als ein EU-Ausschussprotokoll, aber im Alltag deutlich mehr Schaden anrichtet.
Brüssel: Der politische Waschsalon

Die EU ist nicht nur ein Integrationsprojekt.
Sie ist auch ein politischer Waschsalon.
Wer im eigenen Land beschädigt, verbrannt oder nicht mehr vermittelbar ist, kann in Brüssel plötzlich wieder als europäische Führungspersönlichkeit auftreten.
Nationale Verantwortung rein.
Europäische Würde raus.
Einmal durch den Schleudergang der Integration, und schon riecht politisches Versagen nach historischer Mission.
Das ist kein Zufall. Das ist ein Karrieremuster.
Brüssel bietet Abstand zur Bevölkerung, mehr Apparat, weniger direkte Kontrolle durch Wähler und eine perfekte Bühne für Leute, die national längst unangenehme Fragen beantworten müssten.
Aus Niederlagen werden Berufungen.
Aus beschädigten Figuren werden europäische Stimmen.
Aus Verantwortung wird Zuständigkeit.
Aus politischem Scheitern wird ein Platz im nächsten Gremium.
Und wieder spielt Sprache die Hauptrolle.
Wer Verantwortung abgibt, nennt es Integration.
Wer nationale Interessen auflöst, nennt es Solidarität.
Wer demokratische Distanz vergrößert, nennt es europäische Handlungsfähigkeit.
Wer Kritik abwehrt, nennt es Schutz der Demokratie.
Das ist schon fast Kunst.
Hässliche Kunst, aber Kunst.
Demokratieförderung: Meinungspflege mit Förderbescheid

Ein weiteres schönes Wort ist Demokratieförderung.
Klingt erstmal gut. Wer kann schon gegen Demokratie sein?
Genau deshalb funktioniert der Begriff.
Denn sobald etwas „Demokratieförderung“ heißt, klingt Kritik daran sofort verdächtig. Als wäre man gegen Demokratie selbst.
Dabei müssten die ersten Fragen ganz nüchtern sein:
Wer bekommt Geld?
Von wem?
Nach welchen Kriterien?
Mit welchem Ziel?
Wer kontrolliert die Wirkung?
Wer prüft politische Schlagseite?
Wer entscheidet, was demokratisch genug ist?
Wenn der Staat Strukturen finanziert, die dann wiederum öffentliche Meinung, Bildungsangebote, Kampagnen, Workshops, Meldestellen, Studien und politische Narrative prägen, dann ist das nicht automatisch Zivilgesellschaft.
Dann ist das auch staatlich alimentierte Meinungspflege.
Natürlich kann es sinnvolle Projekte geben. Natürlich gibt es ehrliche Leute in solchen Strukturen.
Aber das ändert nichts am Grundproblem:
Wenn Geldströme, Moralbegriffe und politische Feindbilder zusammenfallen, entsteht ein Apparat, der sich selbst schützt.
Dann wird nicht neutral Demokratie gefördert.
Dann wird ein bestimmtes Verständnis von Demokratie gefördert.
Und wer dieses Verständnis kritisiert, steht plötzlich außerhalb des erlaubten Meinungskorridors.
Praktisch, oder?
Das Bildungsprekariat verteidigt seinen Apparat

An dieser Stelle lohnt sich der Blick auf einen Akteur, der oft so tut, als stünde er über allem: das akademische Bildungsprekariat.
Damit meine ich nicht jeden Studenten, nicht jeden Dozenten, nicht jeden Akademiker. Es gibt kluge, ehrliche, stabile Leute in Hochschulen, Verwaltung und Bildung.
Aber es gibt eben auch diese politische Schicht aus halbgebildeter Moralverwaltung, Projektstellen, befristeten Förderlogiken, Haltungsseminaren, NGO-Nähe und Sprachpolizei mit Bachelorabschluss.
Leute, die wirtschaftlich oft komplett am Apparat hängen, aber sich selbst für dessen kritisches Gewissen halten.
Das ist schon Comedy auf Steuerzahlerkosten.
Diese Milieus verteidigen nicht nur Ideen.
Sie verteidigen ihre Existenzgrundlage.
Wer von Demokratieförderung, Antidiskriminierungsprojekten, Meldestellen, Diversitätsprogrammen, Bildungsmodulen, Transformationsworkshops und Fördermitteln lebt, hat natürlich ein massives Interesse daran, dass die Gesellschaft dauerhaft als Problem beschrieben wird.
Denn jedes ungelöste Problem ist ein neues Projekt.
Jeder Konflikt ist ein Antrag.
Jede Reibung ist ein Workshop.
Jede Krise ist ein Budgettopf.
Und genau deshalb wird normale gesellschaftliche Stabilität für diese Milieus gefährlich.
Eine ruhige, selbstbewusste, arbeitsfähige Gesellschaft braucht weniger Betreuer.
Weniger Erklärer.
Weniger Moderatoren.
Weniger geförderte Deutungsbeamte.
Und genau darum wird Normalität so oft bekämpft.
Nicht, weil sie wirklich gefährlich ist.
Sondern weil sie den Apparat überflüssiger macht.
Dieser Punkt gehört direkt zu meiner bisherigen Serie:
Im ersten Teil „Der stille Umbau“ ging es um die langfristige Verschiebung von Verantwortung, Begriffen und Machtstrukturen.
In Teil 2 „Destabilisierung“ ging es darum, wie Reibung erzeugt, verstärkt und politisch nutzbar gemacht wird.
In Teil 3 „Krise“ wurde sichtbar, wie Überforderung nicht als Fehler, sondern als Hebel funktioniert.
In Teil 4 „Erschöpfung“ ging es darum, wie eine müde Gesellschaft leichter verwaltet, gelenkt und moralisch gedrückt werden kann.
Und in meiner Analyse zur Bezmenov-Strategie ging es genau um dieses Muster: Nicht der direkte Befehl von außen ist entscheidend, sondern die innere Erosion durch Institutionen, Milieus, Sprache, Bildung und moralische Umcodierung.
Man muss nicht sagen: Der KGB war das.
Genauso muss man hier nicht sagen: Ein einzelner Geheimplan war das.
Die stärkere Aussage ist:
Die Muster ähneln sich.
Die Methode wirkt.
Und die Umsetzung läuft oft über Leute aus den eigenen Reihen, die glauben, sie würden das Gute tun, während sie am Fundament sägen.
Unsere Demokratie: Der Besitzanspruch des Machtblocks

„Unsere Demokratie“ ist vielleicht der ehrlichste Begriff von allen.
Nicht „die Demokratie“.
Nicht „demokratische Ordnung“.
Nicht „Verfassung“.
Sondern: unsere Demokratie.
Dieses kleine „unsere“ klingt warm, gemeinschaftlich, verbindend.
In der Praxis wird es aber oft wie ein Besitzanspruch benutzt.
Unsere Demokratie bedeutet dann nicht: die offene demokratische Ordnung aller Bürger.
Es bedeutet: der politische Zustand, den der Machtblock für legitim hält.
Wer innerhalb dieses Rahmens mitsingt, ist Demokrat.
Wer ihn grundsätzlich infrage stellt, ist Gefahr.
Und so wird aus Opposition nicht mehr normaler Wettbewerb, sondern ein Sicherheitsproblem.
Das ist der eigentliche Tabubruch.
In einer gesunden Demokratie ist Opposition notwendig.
In der verwalteten Demokratie wird Opposition zur Störung.
Und genau dafür braucht man dann wieder das nächste Zauberwort.
Wehrhafte Demokratie: Machterhalt mit Helm

„Wehrhafte Demokratie“ klingt stark.
Nach Schutz.
Nach Verantwortung.
Nach historischer Lehre.
Und ja, eine demokratische Ordnung muss sich gegen echte Feinde schützen können.
Aber genau deshalb ist dieser Begriff so gefährlich, wenn er politisch missbraucht wird.
Denn je weiter der Begriff gedehnt wird, desto leichter wird aus legitimer Opposition eine angebliche Bedrohung.
Dann muss man nicht mehr inhaltlich streiten.
Dann kann man markieren, beobachten, ausschließen, delegitimieren, vielleicht verbieten.
Das Problem:
Eine Demokratie, die sich immer weiter gegen ihre eigenen Bürger „wehrt“, sollte irgendwann prüfen, ob sie noch Demokratie ist oder nur noch Verwaltung mit Wahltermin.
Wenn Kritik an Migration, EU-Zentralisierung, Medienmacht, Förderstrukturen, Kriegspolitik oder öffentlicher Unsicherheit sofort als Gefahr für die Demokratie behandelt wird, dann schützt man nicht Demokratie.
Dann schützt man Macht.
Hassrede: Der moralische Container

„Hassrede“ ist einer der effektivsten Begriffe der letzten Jahre.
Natürlich gibt es echte Drohungen, echte Hetze, echte Aufrufe zur Gewalt. Die gehören verfolgt. Punkt.
Aber der Begriff wurde politisch und medial massiv gedehnt.
Er dient längst nicht mehr nur dem Schutz vor Gewalt.
Er dient oft als moralischer Container für alles, was hart, unbequem, wütend oder unerwünscht ist.
Das Problem ist die Vermischung von Gewalt, Beleidigung, Polemik, Systemkritik und politischer Abweichung in einem einzigen Begriff.
Dann muss man Argumente nicht mehr widerlegen.
Man markiert sie.
Hass.
Umstritten.
Rechts.
Gefährlich.
Desinformation.
Demokratiefeindlich.
Fertig.
Das spart Debatte.
Und Debatte ist offenbar genau das, was unsere Demokratie am schlechtesten verträgt.
Schon absurd, aber gut. Wir sind ja hier nur Steuerzahler und Kulissenschieber.
Ukraine, Krieg und moralische Dauerrechnung

Auch bei Kriegspolitik funktioniert diese Sprache.
„Whatever it takes“ klingt entschlossen.
Nach Stärke.
Nach historischer Verantwortung.
Aber die nüchternen Fragen bleiben:
Wer zahlt?
Wer kontrolliert?
Wer prüft?
Wer profitiert?
Wer definiert das Ende?
Warum wird jede sachliche Frage sofort moralisch verdächtig gemacht?
Die Ukraine ist ein angegriffenes Land. Das kann man feststellen.
Gleichzeitig ist sie ein hoch korruptionsbelasteter Kriegsstaat mit massiven Risiken bei Geldflüssen, Waffenlogistik und politischer Zweckbindung. Auch das kann man feststellen.
Beides gleichzeitig zu sehen, ist keine Feindpropaganda.
Es ist Realitätssinn.
Aber genau dieser Realitätssinn passt nicht in die moralische Dauerrechnung. Dort gibt es nur Haltung, Schuld, historische Pflicht und immer neue Milliarden.
Wer fragt, ob Geld kontrolliert wird, gilt als unsolidarisch.
Wer fragt, wann genug ist, gilt als naiv.
Wer fragt, warum Deutschland seine eigene Infrastruktur verfallen lässt, während es außenpolitisch den großen moralischen Zahler spielt, gilt als problematisch.
Auch hier wird nicht beantwortet.
Es wird markiert.
Migration als Steuerungsfrage, nicht als Moraltheater

Die entscheidende Frage ist nicht, ob Migration grundsätzlich existieren darf.
Natürlich existiert Migration. Natürlich gab es sie immer. Natürlich kann sie funktionieren, wenn sie gesteuert, begrenzt, qualifiziert, kontrolliert und an klare Regeln gebunden ist.
Aber genau das ist der Punkt:
Was wir seit 2015 erleben, war eben nicht nur geordnete Fachkräftezuwanderung.
Es war eine massive humanitäre und politische Zuwanderung, deren Folgen bis heute in Schulen, Jobcentern, Kommunen, Sicherheitsbehörden, Wohnungsmärkten, Krankenkassen und öffentlichen Räumen spürbar sind.
Und während die Realität unten ankommt, redet man oben weiter von Vielfalt, Teilhabe, Weltoffenheit und europäischer Solidarität.
Das ist der Betrug.
Nicht weil jeder einzelne Migrant ein Problem wäre.
Sondern weil Politik ihre eigene Steuerungsunfähigkeit moralisch tarnt.
Wer kommt?
Wer bleibt?
Wer arbeitet?
Wer zahlt ein?
Wer bezieht Leistungen?
Wer integriert sich?
Wer verweigert sich?
Wer kontrolliert das?
Wer trägt die Kosten?
Diese Fragen sind legitim.
Eine Politik, die sie moralisch abwehrt, hat kein Argument.
Sie hat nur Angst vor der Antwort.
Das Muster: Apparat statt Zufall

Am Ende geht es nicht um einzelne Begriffe.
Es geht um den Apparat, der diese Begriffe braucht.
Dieser Apparat braucht „Vielfalt“, damit Umbau nicht Umbau heißt.
Er braucht „Demokratieförderung“, damit Meinungspflege nicht Meinungspflege heißt.
Er braucht „unsere Demokratie“, damit der Machtblock sich mit dem Staat verwechseln kann.
Er braucht „Hassrede“, damit Kritik nicht widerlegt, sondern markiert werden kann.
Er braucht „wehrhafte Demokratie“, damit Maßnahmen gegen Opposition wie Selbstverteidigung aussehen.
Er braucht „Sondervermögen“, damit Schulden nicht mehr nach Schulden klingen.
Er braucht „europäische Solidarität“, damit Verantwortung nach oben verschoben werden kann.
Er braucht „Transformation“, damit Zerstörung nach Fortschritt klingt.
Das ist der rote Faden.
Nicht alles ist geplant.
Nicht alles ist zentral gesteuert.
Nicht alles kommt aus einem Hauptquartier.
Aber vieles läuft in dieselbe Richtung.
Und das reicht.
Apparate müssen nicht böse lachen, um gefährlich zu sein.
Es reicht, wenn sie wachsen.
Schluss: Wörter zurückholen

Deshalb müssen wir diese Begriffe zurückholen.
Nicht aus schlechter Laune.
Okay, auch aus schlechter Laune.
Aber vor allem, weil eine freie Gesellschaft nur funktioniert, wenn Menschen sagen dürfen, was sie sehen.
Wenn Schulden Schulden sind.
Wenn Migration Migration ist.
Wenn Kontrollverlust Kontrollverlust ist.
Wenn Propaganda Propaganda ist.
Wenn Meinungspflege Meinungspflege ist.
Wenn Machtverschiebung Machtverschiebung ist.
Wenn Überforderung Überforderung ist.
Wenn Umbau Umbau ist.
Und wenn Vielfalt nicht mehr bedeutet, dass gewachsene Unterschiede respektiert werden, sondern dass politische Eliten gesellschaftliche Verschiebungen schönreden, dann muss man das auch so nennen dürfen.
Eine Gesellschaft ist nicht erst dann kaputt, wenn ihre Straßen brennen.
Sie ist schon dann beschädigt, wenn Menschen ihre eigene Wahrnehmung zensieren müssen, um nicht sozial, beruflich oder politisch markiert zu werden.
Genau dort stehen wir.
Und genau deshalb reicht es nicht mehr, politische Begriffe nur zu belächeln.
Wir müssen ihre Funktion offenlegen.
Denn das Problem sind nicht nur die Wörter.
Das Problem ist der Apparat, der sie braucht.
