Ich war Ubisoft-Aktionär.
Nicht aus Nostalgie allein, sondern weil Ubisoft mal für etwas stand: große Welten, starke Marken, spielbare Freiheit, technische Ambition und dieses Gefühl, dass da Leute sitzen, die Spiele bauen wollen, nicht Konzernfolien für interne Wohlfühlrituale.
Und genau deshalb kotzt mich die Entwicklung doppelt an.
Denn dieser ganze DIA-Zirkus kostet mich nicht nur Spielspaß. Er kostet mich auch Geld. Als Spieler bekomme ich zunehmend weichgespülte, glattgebügelte Produkte, die mehr nach HR-Abteilung riechen als nach kreativer Spieleschmiede. Als ehemaliger Aktionär durfte ich dann noch zusehen, wie der Kurs abrutscht, während sich der Konzern weiter mit Leuten schmückt, die als „Diversity, Inclusion & Accessibility Specialists“ verkauft werden, als wäre das der heilige Gral der Spieleentwicklung.
Bruder, ich wollte keine interaktive Compliance-Schulung kaufen. Ich wollte gute Spiele.
Accessibility ist nicht das Problem. Wenn Menschen mit Einschränkungen besser spielen können, sauber. Das ist echte Produktqualität. Niemand mit Resthirn regt sich über bessere Bedienbarkeit, Untertitel oder Optionen auf.
Das Problem beginnt da, wo Ideologie, Konzernmoral und staatlich befeuerte Bürokratie plötzlich wichtiger wirken als Gameplay, Story, Performance und Mut.
Ohne diesen ganzen politischen und regulatorischen Druck aus Staat, EU und Konzernkultur würden viele dieser künstlich aufgeblasenen Posten vermutlich nicht mal existieren.
Dann müsste Ubisoft vielleicht wieder das tun, womit sie groß geworden sind:
geile Spiele bauen.
Nicht „transformative experiences“.
Nicht „inclusive corporate journeys“.
Nicht „safe spaces in digital entertainment“.
Spiele!!!!!!!!
Mit Ecken.
Mit Kanten.
Mit Risiko.
Mit Atmosphäre.
Mit echten Welten.
Mit Figuren, die nicht nach Workshop-Protokoll riechen.
Ubisoft hat Marken, für die andere Studios töten würden:
Assassin’s Creed, Far Cry, Splinter Cell, Rainbow Six, Prince of Persia. Das ist kein kleiner Werkzeugkasten. Das ist ein Arsenal. Und trotzdem wirkt vieles heute, als würde man mit einer goldenen Axt versuchen, Butter zu schneiden.
Die Aktie ist nicht im Keller, weil Spieler böse, rückständig oder zu dumm für die neue Konzernwelt sind.
Sie ist im Keller, weil viele Kunden irgendwann merken:
Die Firma redet mehr über Haltung als über Handwerk.
Und an der Börse wie im Gaming gilt am Ende dieselbe brutale Regel:
Wenn du nicht lieferst, wirst du abgestraft.
Ubisoft muss wieder kapieren, dass Spieler keine Zielgruppe für moralische Erziehung sind. Spieler sind Kunden. Und Kunden wollen Qualität, Atmosphäre, Freiheit, sauberes Gameplay und das Gefühl, dass ihr Geld in Talent fließt, nicht in PowerPoint-Clowns mit Zertifikatsmappe.
Ich war Aktionär. Ich war Kunde. Ich war Fan.
Jetzt schaue ich auf Ubisoft und denke mir nur noch:
Ihr hattet alles. Und ihr habt es gegen Konzernsprech eingetauscht.
